Immer wieder Sonntags ...

An dieser Stelle findet Ihr immer den aktuellen Sonntagsbrief und eine Videoaufzeichnung des aktuellen Gottesdienstes.

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Anschauen!

Dein Link zum Video-Gottesdienst

Gottesdienst vom 16. Januar 2022

 

 

Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Gelsenkirchen-Buer

Am Spinnweg 6 | 45894 Gelsenkirchen

Im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.

 

16. 01. 2022 • Sonntagsbrief

 

 

Von seiner Fülle haben wir alle genommen

Gnade um Gnade.

Johannes 1,16

 

 

 

Liebe Gemeinde,

 

mit dem Wochenspruch Johannes 1,16 grüße ich Euch herzlich und wünsche Euch eine von Gottes überfließender Gnade erfüllte neue Woche!

 

Eure Christine Schultze

 

Aktuelles aus dem Gemeindeleben

Die Aufzeichnung des Gottesdienstes findet ihr hier:

https://youtu.be/XYgTCHWLa-E

Anmeldelink für den Gottesdienst am 23.01.2022, 11.00 Uhr:

https://efg-as-6.church.tools/publicgroup/514

 

 

Termine – Bitte beachtet die geltenden Regeln für die Veranstaltungen und benutzt während der gesamten Zeit eine FFP2-Maske! Vielen Dank!

Montag             20.00 Uhr:        Fußball (2G-plus)

Dienstag           19.00 Uhr:        Bibelgespräch (online)

Mittwoch           15.00 Uhr:        Senioren am Mittwoch (2G-Regel)

Donnerstag       19.00 Uhr:        Jugend (2G plus)

Sonntag,           11.00 Uhr:        Gottesdienst (3G-Regel)

 

Vorschau

Anders als im Gemeindebrief aufgeführt, wird der Gebetsabend erst am 26.01. um 19.00 Uhr stattfinden. Merkt euch den Termin gern schon einmal vor.

 

Wir freuen uns, eine Taufe für den 22.05. planen zu können. Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich taufen zu lassen, oder wer sich grundsätzlich mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, ist herzlich eingeladen, an einem Taufkurs teilzunehmen. Der Taufkurs verpflichtet natürlich nicht zur Taufe. Wer Interesse oder Fragen dazu hat, melde sich bitte bei Zohreh Niazi Vahdati oder Christine Schultze.

 

Wichtiger Hinweis zur Gemeindeleitungswahl

Die Unterlagen für die Vorschlagswahl sind in die Fächer verteilt. Frist zur Abgabe der Vorschläge ist der 30. Januar! Wer zurzeit nicht ins Gemeindehaus kommen kann, der melde sich bitte bei Klaus Springer (E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), der wird dann die Unterlagen per Post verschicken! Bitte macht von dem Angebot Gebrauch, damit wir – trotz Pandemiebedingungen – eine aussagekräftige Vorschlagswahl durchführen können.

 

Kollekte

Wir sammeln heute unsere Kollekte für die Arbeit von Sarah Bosniakowski in Kamerun (EBM Afrika).

 

Bruder und Schwester – ein Herz und eine Seele?!

Predigt von Pastorin Christine Schultze

Habt ihr Geschwister? Und versteht ihr euch gut!? Was hab ich mich früher mit meinem Bruder gefetzt! Und wie eifersüchtig war ich auf eine meiner Schwestern – nicht schön! Und heute denke ich: Wie toll, dass ich Geschwister habe!!

Zu Geschwistern hat man meist die längste Beziehung. Partner oder Partnerin lernt man später kennen, die Eltern sterben eher, die Kinder später – jedenfalls normalerweise! Aber Geschwister begleiten uns das ganze Leben. Wir teilen eine gemeinsame Geschichte, können uns erinnern und lachen oder manchmal auch weinen über das, was war.

 

Natürlich sind die Beziehungen zu Geschwistern völlig unterschiedlich, auch unterschiedlich intensiv. Das hängt von so vielem ab: Wie groß ist der Altersunterschied? In welcher Geschwisterfolge findet man sich vor? Ist man sich sympathisch? Bruder und Schwester haben eine andere Beziehungen als zwei Brüder oder zwei Schwestern. Es gibt so viele Varianten wie es Geschwister gibt.

Wenn diese Beziehungen gestört sind oder gar abgebrochen werden, weil man sich entfremdet oder gestritten hat oder einer stirbt, reißt das unterschiedlich große Lücken. Aber schmerzhaft ist es wohl immer.

Brüder und Schwestern – zuweilen ein Herz und eine Seele! Und manchmal ganz und gar nicht. Marie Luise Kaschnitz hat diese Widersprüchlichkeit in ein Gedicht gefasst:            

Geschwister

Was anders heißt Geschwister sein

als Abels Furcht und Zorn des Kain,

als Streit um Liebe, Ding und Raum,

als Knöchlein am Machandelbaum?

Und dennoch, Bruder, heißt es auch

die kleine Bank im Haselstrauch,

den Klageton vom Schaukelbrett,

das Flüstern nachts von Bett zu Bett,

den Trost –

Geschwister werden später fremd,

vom eignen Schicksal eingedämmt,

doch niemals stirbt die wilde Kraft

der alten Nebenbuhlerschaft,

und keine andere vermag

so bittres Wort, so harten Schlag.

Und doch, sooft man sich erkennt

und bei den alten Namen nennt,

aufwächst der Heckenrosenkreis:

du warst von je dabei. Du weißt.

Nebenbuhlerschaft - also kräftige Konkurrenz – steht neben großem Trost – dem vertrauten: Du warst dabei. Du weißt! Auf dieses Doppelte von Beziehungen zwischen Geschwistern möchte ich heute mit euch blicken und hoffe, dass wir sie neu wertzuschätzen und besser verstehen, dass sie oft so kompliziert sind. Vielleicht motiviert es uns, dann neu und anders auf einen Bruder, eine Schwester zuzugehen.

Schauen wir zunächst auf die konfliktreiche Seite: das Konkurrieren

  1. Geschwisterkonflikte, -konkurrenz

Schon auf den ersten Seiten der Bibel wird vom tödlichen Konflikt zwischen Kain und Abel erzählt. Kaschnitz fasst es knapp:

„Was anders heißt Geschwister sein als Abels Furcht und Zorn des Kain,

als Streit um Liebe, Ding und Raum, als Knöchlein am Machandelbaum?“

(„Machandelbaum“ spielt auf ein Märchen der Gebrüder Grimm an).

 

Zorn des Kain! Der erschlägt seinen Bruder, weil Gott dessen Opfer ansieht, seins aber nicht. „Und der Herr blickte auf Abel und seine Opfergabe; aber auf Kain und seine Opfergabe blickte er nicht.“ (1. Mose 4,4b Elb.)

Übersehen werden, ignoriert werden – das ist für jeden schlimm, besonders für Kinder. Um Aufmerksamkeit zu erhalten, machen sie Ärger und beziehen lieber Schimpfe oder sogar Schläge, als übersehen, nicht beachtet zu werden.

Geschnitten werden gehört immer noch zu den „beliebten Mobbingmethoden“. So etwas kränkt und verletzt! Und wir können nachfühlen, wie es Kain ging, wenn es heißt: „Da wurde Kain sehr zornig, und sein Gesicht senkte sich.“ (1. Mose 4,5a, Elb.)

Ist das nicht absolut ungerecht! Warum „ja“ zu Abel und „nein“ zu Kain!?!

Leider bleibt diese drängende Frage unbeantwortet. Tja, da nimmt die Bibel keine Rücksicht auf unsere Interessen! Sie lässt offen, was uns so brennend interessiert und lenkt den Blick auf etwas anderes, worum es ihr geht.

Und dabei ist wichtig, dass dieser Text im Grunde keine individuelle Lebensgeschichte erzählen will, sondern viel grundsätzlicher von der Geschichte der Menschen erzählt! So beginnt sie auch: „Und der Mensch erkannte seine Frau Eva, und sie wurde schwanger und gebar Kain.“(1 Mose 4,1) Hier wird die Gattungsbezeichnung genannt: „der Mensch“. Die Geschichte von Kain und Abel erzählt, wie die Beziehung zum Mitmenschen misslingen kann und wie sich das auf die Beziehung zu Gott auswirkt. Das Doppelgebot der Liebe wird hier erzählerisch zum Ausdruck gebracht.[1]

In dieser Geschichte wird nicht erörtert, wie es mit Gottes Gerechtigkeit bestellt ist. Es geht darum, wie ein Mensch reagiert, wenn er ungleich behandelt wird und darüber in Zorn gerät. Es dreht sich alles um Kain, Abel kommt nur als sein Bruder in den Blick. Kein einziges Wort sagt Abel. Erst nach dem Mord schreit sein Blut. Es geht um Kain und wie er mit der Ungleichbehandlung umgeht. Und es geht um uns Menschen überhaupt – dich und mich – wie wir damit umgehen, wenn wir ungleiche Behandlung erfahren. Wie reagieren wir dann? Verärgert, gekränkt, voller Wut? Und was tun wir daraufhin?

Welche Gefühle kommen hoch, wenn du selbst schon seit jungen Jahren chronisch krank bist und ein Bruder, eine Schwester, ein Mitmensch erfreut sich strahlender Gesundheit bis ins hohe Alter?

Was macht es mit einem Ehepaar, das sich sehnlichst Kinder wünscht, aber nur Fehlgeburten erleidet und rundum so viele Familien mit fröhlicher Kinderschar?

Ungleiche Erfahrungen! Jemand erlebt eine wunderbare Heilung, ein anderer stirbt an einer Krankheit. Da wird eine Familie auseinander gerissen und hier kann eine andere glücklich ihr Wiedersehen feiern. Eine erlebt Karrieresprünge und ein anderer bleibt arbeitslos. Solche Ungleichheiten sind schwer zu ertragen, besonders wenn sie im engsten Kreis der Familie vorkommen.

Kain reagiert mit Zorn und Eifersucht. Er senkt den Blick, kann weder zu Gott aufschauen noch seinen Bruder anschauen. Gott fragt nach: Warum bist du zornig und senkst den Blick?

Doch Kain antwortet Gott nicht. Er spricht stattdessen direkt zu seinem Bruder: „Lass uns aufs Feld gehen!“ Also raus, weg von Gott und seinen Fragen. Kain wendet sich ab und im Zorn erschlägt er seinen Bruder.

Kain kann seinem Bruder keinen Platz lassen. Kain kann seinem Bruder keinen Platz zum Leben lassen. Und genau hier liegt die Stelle, an der die Bibel erstmals den Begriff „Sünde“ verwendet (im sog. Sündenfall im Kapitel zuvor wird dieser Begriff nicht gebraucht): Wenn du Gutes im Sinn hast, kannst du den Kopf frei erheben; aber wenn du Böses planst, lauert die Sünde vor der Tür deines Herzens und will dich verschlingen. Du musst Herr über sie sein!« (1. Mose 4,7, GNB)

Ging es im Kapitel zuvor noch um Entfremdung von Gott und Misstrauen ihm gegenüber, wird hier nun geschildert, dass der Mensch fähig ist, sündige Taten zu tun. Er kann die Gemeinschaft verletzen. Er kann sich verfehlen.

Dem Bruder, der Schwester, dem Mitmenschen keinen Platz lassen – das ist sozusagen eine Ursünde. Es liegt in uns drin. Als Individuen, als Gesellschaften, als Staaten. Anderen keinen Platz lassen. Anderen keinen Platz zum Leben lassen. Denken wir nur daran, wie ungleich die Güter dieser Welt (Lebensmittel, Impfstoff usw.) verteilt sind.

Hätte Kain eigentlich die Chance gehabt, anders zu handeln? Und wenn: Wo und wie genau?

Mein Kollege Michael Rohde, ehemals Alttestamentler in Elstal, hat hier eine interessante Beobachtung gemacht und markiert den Punkt, an dem es aus dem Ruder gelaufen ist. Und das geschieht nicht als Kain zornig wird, sondern als Kain keine Antwort gibt auf Gottes Frage: „Warum zürnst du?“ Hier hätte Kain reagieren können, sich beschweren, klagen über die Ungleichbehandlung, sich mit Gott auseinandersetzen – aber er verweigert das Gespräch und greift zu seinen eigenen Mitteln.

„Die Geschichte von Kain ist eine von einem Gebet, das nicht gebetet wird! Hätte Kain seine Wut in ein Klagegebet gegen Gott gerichtet, hätte er einen Ausweg gefunden. Stattdessen hat er Gott den Rücken zugedreht und ist aufs Kampffeld gegangen, wo er seinen Gegner auslöschte. Damit dachte er seinen Ärger zu töten. Was für eine scheinbar einfache Lösung und zugleich zerstörerische Illusion.“ (Michael Rohde[2])

Ein ausgebliebenes Gebet als Knackpunkt in diesem Drama. Mir ist nochmal  neu bewusst geworden, dass wir all die tatsächlichen oder vermeintlichen Ungleichheiten Gott vorwerfen, ja sogar ihn anklagen dürfen. Dass wir uns nur nicht von ihm abwenden und die Dinge selbst in die Hand nehmen und die Konflikte mit Bruder oder Schwester im Zorn auf die eigene Art lösen. Bleiben wir im (Konflikt)Gespräch mit Gott, gibt es immer eine Chance, dass sich die Situation und vor allem unsere Gefühle klären und verändern. – Das können wir in den zahlreichen Klage- und Rachepalmen nachlesen.

Das sogenannte Motiv der verfeindeten Brüder wird übrigens vielfältig in der Literatur aufgenommen (z.B. in Schillers „Die Räuber“). Auch in der antiken Mythologie erscheint es häufig, zum Beispiel im Gründungsmythos der Stadt Rom, in dem die Zwillinge Romulus und Remus eine Rolle spielen.

Auch im Alten Testament begegnen uns immer wieder rivalisierende Geschwister: Josef und seine Brüder oder Jakob und Esau (die Eltern spielen oft eine nicht gerade glückliche Rolle). Aber auch die Schwestern Lea und Rahel, die mit einander um die Gunst des Ehemannes bzw. um die Mutterschaft rivalisieren.

Schauen wir ins Neue Testament fällt die Geschichte vom Verlorenen Sohn auf – da geht es ja auch um zwei sehr gegensätzliche Brüder und der Konflikt ist am Ende nicht aufgelöst – der ältere Bruder ärgert sich über den zurückgekehrten jüngeren Bruder, der vom Vater mit offenen Armen empfangen wird. Er fühlt sich zurückgesetzt, nicht gesehen.

Oder die Schwestern Maria und Marta, die in einen Konflikt geraten, weil sie so unterschiedlich sind und jede andere Prioritäten setzt. Und Jesus lobt noch die eine und weist die andere zurecht.

Bei all den Geschwisterkonflikten ist eben vor allem der Bezug zu einer gemeinsamen Autorität so wichtig (seien es nun die Eltern oder sei es Gott).

Und auch in anderen sozialen Gruppen lassen sich diese Phänomene von Konkurrenz und Eifersucht beobachten, in Klassenräumen und Gemeinden…

  1. Geschwisterliebe, -harmonie

Wenn man das so betrachtet, könnte man meinen: Der Bruder, die Schwester – machen ja vor allem Probleme. Also lieber Einzelkind sein?

Trotz aller Kämpfe und Konflikte – ich bin so froh, Geschwister zu haben. Und überhaupt leben wir Menschen ja nicht als Einsiedler, sondern mit anderen zusammen. Der Menschenbruder, die Menschenschwester – ohne sie können wir gar nicht existieren.

Und es gibt ja auch die positiven Beispiele – sogar in der Bibel! Unter den Jüngern von Jesus gab es zwei Brüderpaare: die Zebedäus-Brüder Johannes und Jakobus. Und die Brüder Petrus und Andreas.

Nun Petrus kennen wir, aber wer ist Andreas? Tatsächlich wird von ihm nur selten gesprochen. In den ersten drei Evangelien wird er immer mit anderen zusammen genannt – und dann geht es um „Petrus und Andreas, seinen Bruder“. Ganz klar: Petrus ist der Vorreiter. Nur das Johannes-Evangelium gibt dem Andreas eine andere Rolle. Dort ist er derjenige, der Simon Petrus überhaupt erst mit Jesus bekannt macht. Erstaunlich!

Und das war so: Zwei zunächst namenlose Jünger hören, wie Johannes der Täufer über Jesus spricht, der gerade vorübergeht. Das reicht – sie gehen Jesus hinterher. Und der fragt sie, was sie denn suchen. Sie wollen wissen, wo er wohnt und Jesus sagt: „Kommt und seht. Schaut’s euch an.“ Sie gehen mit und bleiben einen Tag bei Jesus. Einer von ihnen ist Andreas. Folien

Der eine von den beiden, die Johannes reden gehört hatten und Jesus gefolgt waren, war Andreas, der Bruder von Simon Petrus.

41 Als er bald darauf seinen Bruder Simon traf, sagte er zu ihm: »Wir haben den Messias gefunden, den versprochenen Retter.« 42 Dann brachte er ihn zu Jesus. Jesus sah ihn an und sagte: »Du bist Simon, der Sohn von Johannes. Du wirst einmal Kephas genannt werden.« Kephas ist das hebräische Wort für Petrus (Fels). (Johannes 1,40-42, GNB)

Wär hätte das gedacht. Der laute, wortgewaltige Petrus hat es seinem stillen, unauffälligen Bruder Andreas zu verdanken, dass er Jesus kennengelernt hat.

Im Johannes-Evangelium taucht Andreas noch zweimal auf. Einmal weist er Jesus beim Speisungswunder auf das Kind mit den fünf Broten und zwei Fischen hin (Joh 6,8), und das andere Mal vermittelt er einigen Griechen, die Jesus sehen möchten, diese Begegnung (Joh 12,22).

Andreas scheint ein guter Vermittler gewesen zu sein und offensichtlich ist er geschickt darin, andere mit Jesus in Kontakt zu bringen – ganz ohne großes Tamtam.

Nirgends wird davon gesprochen, dass Andreas eifersüchtig auf seinen Bruder Petrus gewesen sei, obwohl der so oft im Mittelpunkt stand. Offensichtlich haben die Brüder ein gutes, harmonisches Verhältnis. Es zeigt, dass Geschwister sich gut ergänzen können, ohne zu konkurrieren, und dass sie einander helfen können, in Kontakt mit Jesus zu kommen. Einem Bruder, einer Schwester vertraut man doch, wenn der oder die eine Empfehlung ausspricht. Denn wenn es gut geht, ist zwischen Geschwistern ein grundsätzliches Vertrauen vorhanden, man fühlt sich verbunden und solidarisch.

Von Andreas möchte ich lernen, meine Rolle ohne großes Aufhebens wahrzunehmen. Zufrieden zu sein mit dem, wie es ist, und ohne Neid und Eifersucht, andere zu fördern.

Bruder und Schwester – ein Herz und eine Seele? Ganz gewiss nicht selbstverständlich, aber auch nicht unmöglich. Und wenn es eine gute Beziehung ist, schenkt sie große Freude und wunderbare Begleitung im Leben.

Ich wünsche uns sehr, dass wir unsere Beziehungen zu unseren leiblichen und geistlichen Geschwistern neu wertschätzen und neu ausrichten können und dass wir darüber hinaus unsere Mitmenschen als Bruder und Schwester erkennen.

Sieh doch, wie gut und wie kostbar es ist, wenn Geschwister in Einheit zusammen wohnen! (Psalm 133,1, Das Buch)

Amen

Segen: Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. (Phil 4, 7)

Amen

 

[1] Vgl. Michael Rohde: Kain und das ausgebliebene Gebet, in: Theologisches Gespräch 33/2009, Heft 1, 15-33.

[2] Michael Rohde: Mörderische Gefühle. Warum Kain nicht chancenlos war, in: Hauskreismagazin 42, 2/2017, 26. Vgl. ders.: Kain und das ausgebliebene Gebet, in: Theologisches Gespräch 33/2009, Heft 1, 15-33.